Für heute relevante Bildungsziele braucht es keine Vereinfachung der digitalen Welt, sondern Ansätze, die den Umgang mit analoger und digitaler Vielfalt fördern, selbstbestimmte Lernprozesse und kollaborative Projekte ermöglichen.

Bildungsziele für das 21. Jahrhundert

Wissen bleibt weiterhin wichtig, jedoch sind neben dem reinen Wissenserwerb noch drei weitere Dimensionen von Bedeutung.

  • WISSEN – sowohl traditionelles Wissen als auch modernes Wissen und Querschnittsthemen
  • SKILLS – damit sind die 4 Ks gemeint: Kritisches Denken, Kreativität, Kommunikation und Kollaboration
  • CHARAKTER – Fragen der Persönlichkeitsentwicklung
  • META-LERNEN – verstanden als Selbstlernkompetenz oder „Lernen lernen“

Diese 4 Dimensionen sollten in allen Bildungsprozessen berücksichtigt werden, wobei im konkreten Training der Fokus auch auf nur einer Dimension liegen darf. Im großen Ganzen sollten jedoch alle Dimensionen verhaftet sein. Denn erfolgreiches Lernen funktioniert nur, wenn alle Dimensionen ihren Platz finden.

Unser WISSEN, unsere SKILLS und unser CHARAKTER werden somit durch META-LERNEN zu KOMPETENZEN verflochten, die anschließend in HANDELN münden.

Digitale Bildung

Es geht also bei zeitgemäßem Lernen also nicht darum, effizienter (im Sinne von „billiger“) dieselben Ziele wie gestern zu erreichen, sondern darum effektiver zu lernen, und zwar im Hinblick auf neue Anforderungen, Bedeutungen und Ziele. Durch Schnelllebigkeit und stetigem Wandel wird effektives Lernen ein lebensbegleitender Prozess.

Welche digitalen Tools setzen Unternehmen ein? Wie können die 4Ks zusammen mit dem 4Ds von Jane Hart angegangen werden?

Die Weiterbildungsbranche setzt auch zukünftig auf digitale Lernformate.

Was erwartet man von E-Learning

Die Bildungsziele lassen sich herrlich mit den 4Ds von Jane Hart verknüpfen. Grundsätzlich gilt jedoch: Wissen muss für den Lerner einer bestimmten Situation Sinn und Notwendigkeit ergeben. Ansonsten kommen keine effektiven Lernprozesse in Gang. Am besten erfahren wir den Sinn und die Notwendigkeit durch echte Probleme und Bedürfnisse.

DIDACTICS – Reine Wissensvermittlung kann sehr wohl über Onlinekurse und Lernapps erfolgen. Dabei ist jedoch zu bedenken, dem Lerner entweder kuratierten Content zur Verfügung zu stellen oder dem Lerner zu vermitteln, wie er für ihn relevanten Inhalt aus der vorhandenen Inhaltsfülle filtern kann.

Beispiele: duolingo zum Sprachenlernen, udemy oder LinkedIn Learning als Lern-Markplätze mit über 100.000 Kursen

Digitales Lernen Didactics
DIgitales Lernen Discourse

DISCOURSE – Kommunikation und Kollaboration sind zentrale Bestandteile von Digitalität. Grundsätzlich lösen Menschen Probleme zusammen und durch den Austausch mit anderen.

Beispiele: Microsoft Teams als Kollaborationsplattform, Facebook als soziales Netzwerk oder Zoom als Webinar- und Meetingsoftware

DOING – Um Wissen und Skills in Kompetenz zu verwandeln, braucht es das aktive Tun.

Beispiele: Microsoft Office zum Kreieren von (textlichen) Inhalten, Canva zum Kreieren von graphischen Inhalten oder FreeMind als Mind-Mapping-Tool

Digitales Lernen Doing
Digitales Lernen Discover

DISCOVER – Nur durch das Ausprobieren und durch das kreative Arbeiten an Problemen verknüpfen wir Kompetenz zu erfolgreichem Handeln. Wir bestimmen hierbei auch selbst, welche Medien zu unserem Lernverhalten passen.

Beispiel: Lernen durch Videos mit YouTube, Pinterest als Bilder-Suchmaschine oder Kindle als digitale Bibliothek

Bei allen angesprochenen Tools ist es jedoch wichtig, dass Lerner diese Anwendungen für ihren Lernprozess selbst nutzen und reflektieren. Menschen mit einem guten Lernnetzwerk, deren Lernprozesse durch zeitgemäße Kommunikation und Kollaboration, Kreativität und kritisches Denken (4Ks) geprägt sind, können die komplexen Herausforderungen unserer heutigen Welt definitiv meistern.

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Es sind kleine, aber feine Annäherungen ans Thema aus ganz verschiedenen Perspektiven. Es gibt viele Impulse, die es einem ermöglichen, seine eigene Roadmap im Bereich digitale Bildung zu entwickeln.